Auslands-„Tagebuch“ Polen, Lodz (28.10.07-09.11.07)

                                                             

1. Tag: Anreise  „Sind wir bald da?“

2. Tag: Lodz, unsere Behausung und die Schule

Obwohl der Abflug vom Giessener Hauptbahnhof für 18.45Uhr angesetzt war starteten wir erst um 19 Uhr/19.15 Uhr. Davor hieß es zittern am kalten Bahnhof.

Der Bus war ein 4-Sterne-Bus und dementsprechend gut ging es uns während der Fahrt. Das einzig Schlechte war die Toilette. Gesehen hab ich sie nicht aber durch die Erzählungen der anderen wollte ich das auch gar nicht.

Bis ca. 23 Uhr war ich wach. Dann bin ich eingedöst bis 0.30 Uhr. Um 1.00 Uhr war Pause angesagt. So um 3.00 Uhr bin ich dann wieder eingenickt. Um ca. 5 Uhr war Schluss mit schlafen…zumindest für mich. Hab danach nur die …na ja….sehr wenig bewohnte Landschaft Polens beobachtet. Bis wir dann endlich an unserem Ziel waren war es ca. 11 Uhr.

Mein erster Eindruck von Lodz: alt, verkommen und irgendwie gar nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Auch unsere „Herberge“ ließ zu wünschen übrig. Ein Uraltbau (evtl. noch aus der Zeit von anno dazumal) der schon ziemlich heruntergekommen wirkte.

Von innen nicht viel besser als von außen.

Als man sich dann vom ersten Schock erholt hatte hieß es dann direkt, dass wir eine viertel Stunde Zeit haben zum Einrichten und es dann zum Mittagessen ging. Naja… allein der Anblick des Essens ließ mich würgen also unterließ ich das Essen ganz (und war damit nicht die einzige). Nach dem Essen ging es zu Fuß und mit dem Bus weiter zur Schule, wo wir unsere Projekte anfangen sollten. Aller Anfang ist schwer. Diesen Spruch haben mein Gruppenpartner Sascha und ich heute ziemlich genau bemerkt. Es war ziemlich schwer sich mit den Polen in unserer Gruppe zu verständigen. Sie sprachen kein Deutsch (zumindest nicht soviel, dass man mit ihnen reden konnte) und auch nicht wirklich Englisch. So saßen wir dann da und schauten praktisch nur auf unsere Blätter, wo wir versuchten ein Konzept zu erstellen für die Homepage, die wir erstellen sollen.

Bis auf ein paar Sachen kam nichts dabei raus heute.

Nach diesen, etwas deprimierenden ersten Stunden in der Schule wurde und dann eben diese gezeigt und vorgestellt.

Unsere Lehrkörper zogen dann den Aufenthalt noch unnötig in die Länge indem sie irgendwas bereden mussten.

Nach diesem etwas anstrengenden und mühevollen Tag war allen nach etwas altbekanntem zum Essen: McDonalds.

Mit schmerzenden Rücken (musste ja den ganzen Tag Laptop mit rumschleifen) und wackligen Knien kam ich dann endlich wieder in unserer Unterkunft an.

(Fast) pünktlich zum Abendessen. Mir graute schon vor dem was sich uns da bieten sollte. Jedoch wurde ich angenehm überrascht. Das Abendessen war um ein vielfaches besser als das Mittagessen. Jetzt befinde ich mich nur noch in meinem Zimmer und mach Schluss für heute.

 

Tag 3: Deutsch/Polnisch/Englisch for beginners

Man schläft in einem fremden Bett und wacht auf mit Schmerzen. Das ist denk ich jedem bekannt.

So ging es mir heute Morgen. Mein rechter Arm und mein linkes Bein hatten sich entschlossen weiterzuschlafen und meine Schulter meinte, Schmerzen haben zu wollen. Der Tag fing schon super an.

Frühstück mit anschließendem Lauf zur Bushaltestelle mit Laptop im Rucksack war dann natürlich richtig gut für eben diese Schulter.

In der Schule angekommen, kamen wir dann endlich in einen Raum mit Internet. Jubel im Lager der Turmspringer. Die Ernüchterung ließ aber nicht auf sich warten. Das Internet war so lahm, dass man davor alt wurde ohne dass sich was tut.

Hab es dennoch geschafft E-Mails zu schreiben und zu schicken.

Die Verständigung mit unseren polnischen Gruppenmitgliedern lief auch besser als gestern dank Polnisch-Deutschem Wörterbuch.

Sympathisch sind die zwei auch noch (meiner Meinung nach).

Teilweise konnten sie auch Deutsch. Ich selbst hab auch schon ein bisschen polnisch gelernt.

Mehr kann man eigentlich von so einem Austausch nicht verlangen oder?

Das Mittagessen war dann auch genießbar. Aber wie es eben ist: Bei Mama ist alles besser. Allgemein ist es zuhause immer am schönsten und ich hoffe, dass die restliche Zeit schnell umgeht.

Gegen 16 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zur Straßenbahn (wieder mal). Diesmal führte uns dieser Ausflug in das größte Einkaufszentrum Europas: die „Manufaktura“. Ganz interessant aber nicht so mein Fall. Viel zu groß und unübersichtlich.

Nach einer Stunde pures rumlaufen ging es dann zu einem Irish Pub. Dort spielte eine Band aus der Schule wo wir zurzeit sind. Diese war auch dann nach 2 Guiness zu genießen. Man hat zwar nichts verstanden aber Laune hat es gemacht

So um 22 Uhr beschlossen ein paar meiner Klassenkameraden und ich zu gehen. Ein kurzer Abstecher zu McDonalds musste aber noch sein. Zum Glück haben wir dann noch die Straßenbahn zurück zur Herberge bekommen. 

Soviel zu dem heutigen Tag und ich melde mich jetzt ab.

 

Tag 4: Rausschmiss?

Das Aufwachen am heutigen Morgen war angenehmer als gestern. Ohne eingeschlafene Körperteile und ohne Schmerzen. Jedoch gab es heute eine sehr schlechte Nachricht, die wir in der Schule mitgeteilt bekamen.

Wir waren grad so schön in unsere Arbeit vertieft als praktisch eine „Krisensitzung“ einberufen wurde. Dort wurde uns mitgeteilt, dass der Direktor unserer Unterkunft uns rausgeschmissen hatte. Er hatte in der Schule angerufen und das der Direktorin mitgeteilt. Diese konnte ihn jedoch davon überzeugen, dass er damit noch wartet und sich erst mal unsere Argumente anhört.

Der Grund für das ganze war riesiger Krach mitten in der Nacht auf dem Flur, eine Tür, die kaputt gemacht wurde und eine Flasche, die aus dem Fenster geflogen ist.

Ich habe nichts mitbekommen, obwohl alle anderen sagen, dass da ziemlich Krach gewesen wäre. Hab geschlafen wie ein Stein.

Als wir von der Schule nach zur Herberge kamen und das Problem klären wollten, mussten wir jedoch erfahren, dass der Direktor bis Montag ausgeflogen war.

War dann ja wohl nichts mit klären.

Die ganze Sache hat jedoch für uns auch so Konsequenzen. Unsere Lehrer haben straffe Regeln aufgestellt. Wir müssen spätestens um 23 Uhr in der Herberge sein. Dann werden Zimmer kontrolliert ob jeder da ist. Es wird geguckt ob Alkohol vorhanden ist. Es herrscht striktes Alkoholverbot. Einigen passen diese Regeln nicht. Mir ist das alles relativ egal.

1. trink ich fast gar kein Alkohol und wenn dann nur wenig und

2. will ich nachts eh schlafen also macht mir auch das 23 Uhr-Gesetz nichts aus.

Es gibt eine Sache die mir mehr zu denken gibt: ein Pole aus meiner Gruppe wollte heute unbedingt meine Handy-Nr., meine ICQ-Nr., meine E-Mail-Adresse und ein Foto. Meine Handy-Nr. hat er nicht gekriegt. Da war ich dann doch skeptisch. E-Mail und ICQ ist mir egal und ein Foto kann er von mir aus auch haben. Hab ihm eins gegeben, wo man mich eh nicht drauf erkennt. Aber komisch kam es mir schon vor.

Dass jemand so versessen darauf ist, hab ich bis jetzt noch nicht erlebt.

Gegen Spätnachmittag machten wir uns auf zum Schwimmbad. Meine Wenigkeit hat sich ins Café gesetzt und die anderen beobachtet. Nach zwei Stunden traten wir dann wieder die Heimreise an. Eigentlich wollten wir heute Abend noch alle zusammen zu einer Halloweenparty aber ich hab mich dann doch dagegen entschieden. Der Grund dafür: die Party beginnt um 21.00 Uhr und spätestens um 22.00 Uhr sollen wir die uns schon auf den Weg zur Herberge machen. Hätte keinen Sinn gemacht.

Mal sehen was ich heute Abend noch mache. Ich denke rumgammeln. Aber mit dem Schreiben höre ich für heute auf.

 

Tag 5: Eine Busfahrt, die ist lustig…

Der gestrige Abend verlief dann doch etwas anders als ich gedacht hatte. Im Endeffekt saßen wir zu dritt im Flur der Herberge und haben gepokert. Soviel zum gammeln.

Der heutige Tag begann etwas später als sonst. Heute mussten wir erst um 08.15 Uhr beim Frühstück sein. Um 09.15 Uhr ging es dann los mit dem Bus Richtung Zakopane. Eigentlich waren für die Fahrt 6 Stunden eingerechnet und eine Pause. Daraus wurde aber nichts. Im Endeffekt waren es 9 Stunden mit 4 Pausen.

Zu unseren Stopps zählten ein Besuch in einem Kloster und die Besichtigung einer Ruine. Das Kloster war riesig groß und sehr interessant. Die Pracht stach einem richtig ins Auge vor allem da grade Messe war. Ich habe heute mehr Fotos gemacht als in den letzten drei Tagen.

Die Ruine war weniger interessant. Das einzig Interessante an diesem Stopp war, dass einer meiner Klassenkameraden meinte, auf einen ca. 8-10m hohen Felsblock zu klettern. Ich sag nur, dass er’s geschafft hat. Mehr brauch man nicht zu wissen.

Gegen 18.30 kamen wir dann in unserer Behausung für die nächsten drei Tage an. Untergebracht sind wir in einer Herberge in einem Vorort von Zakopane: Murzasichle. Mein Urteil: 1000-mal besser als unsere Behausung in Lodz. Alles wunderbar sauber und es riecht nicht eklig. Ich hab diesmal ein Einbettzimmer und kein Dreibettzimmer, ich hab ein eigenes Bad und eine eigene Dusche.  Das Essen ist fantastisch. Das komplette Gegenteil zu Lodz also. Was will man mehr?

Mehr kann man eigentlich vom heutigen Tag nicht berichten. Also sag ich dann mal Tschüss.

 

Tag 6: Zakopane und der Bettlerhund

Der heutige Morgen war ganz anders als in den letzten Tagen. Man konnte wunderbar ausschlafen. Das Frühstück begann nämlich erst um 8.30 Uhr anstatt um 7.45 Uhr. Das Bett war himmlisch zum Schlafen und das hab ich dann natürlich ausgenutzt. Nach dem ausreichenden und wirklich tollen Frühstück fuhren wir dann mit unserem Bus nach Zakopane. Die Gegend hier ist wirklich wunderschön. Die meisten Häuser sind aus Holz. Mitten im Wald ist sogar eine Minikirche komplett aus Holz. Einfach nur wunderschön. Es erinnert mich irgendwie an Südtirol in den Bergen. Allein schön von der Gegend und der Bauart her. Vor allem ist hier alles fast neu. Man sieht kaum alte und verkommene Häuser. Wie schon mal erwähnt: das komplette Gegenteil zu Lodz. 

In Zakopane angekommen durchwanderten wir erst mal die Fußgängerzone und erreichten kurz darauf ein Museum. Dieses war spezialisiert auf die Gegend um Zakopane. Jedoch gab es auch eine Abteilung, wo die Tiere dargestellt waren, die in Polen beheimatet sind/waren. Leider durfte man keine Fotos machen. Ich persönlich fand das sehr schade weil es wirklich viel zu sehen gab.

Als wir das Museum hinter uns gelassen hatten besuchten wir einen Friedhof, der in ganz Polen bekannt ist: der Friedhof von Zakopane. Hier wurden viele berühmte polnische Persönlichkeiten begraben. Ich war noch nie so fasziniert von einem Friedhof, wie von diesem. Jedes dieser Gräber war einzigartig und wunderschön hergerichtet. Es war nicht wie in Deutschland, wo nach ca. 30 Jahren die Gräber weggemacht werden, sondern in diesem Friedhof waren teilweise noch Gräber von Leuten, die 1901 oder früher gestorben sind.

Teilweise lagen ganze Familien in einem Grab. Es war einfach nur faszinierend.

Leider blieben wir nicht sehr lange da. Wir gingen daraufhin auf den Marktplatz, wo sich dann die Gruppe trennte. Der Großteil machte sich auf den Weg zu den Gondeln um auf den höchsten Berg Polens zu fahren. Der weitaus kleinere Teil (mich eingeschlossen) machte einen Bummel über den Markt und durch die Fußgängerzone. Was wir in der Fußgängerzone gesehen haben war echt der Hammer. Da lag ein Schäferhund unter einem Schirm auf einer Decke. Er hatte eine Tasse vor sich stehen und ein Schild. Auf dem Schild stand ungefähr: Bitte geben Sie Geld, damit der Hund was zu essen bekommt (so wurde es mir gesagt). Ich hätte den Hund am liebsten mitgenommen. Wir haben uns alle gefragt, wo sein Besitzer ist.

 

Am Ende landeten wir im PizzaHut und haben alle eine riesige Pizza verdrückt. 

Als wir wieder in der Herberge waren gab es schon Mittagessen. Danach ging es los mit Extreme-Zocken. Wir saßen zu fünft in einem Zimmer und haben alle Command&Conquer gespielt. Jeder eine andere Version. Das wure durchgezogen bis zum Abendessen um 18.00 Uhr. Dann wieder bis 19.15 Uhr. Da gingen wir dann in ein Heimatmuseum über Zakopane. War ganz interessant. Vor allem das Haus. Es war komplett aus Holz, sogar die Einrichtung und Gegenstände. So zwischen 20.00 Uhr und 20.30 Uhr waren wir dann wieder in der Herberge wo das Zocken weiterging bis 23.00 Uhr. Da begab sich meine Wenigkeit dann ins Bett.

 

Tag 7: Wer kam auf die Idee mit Datenverarbeitern Wandern zu gehen?

Ich bin am heutigen Tag mehr gelaufen als in den letzten Jahren. Wir dachten, dass es nur eine kleine Wanderung wird aber keiner hatte damit gerechnet, dass es eine 12km lange Bergtour wird (12km nach oben, Rückweg nicht eingerechnet). Die Landschaft war zwar schön aber schon nach der Hälfte war man mehr als nur außer Puste. Mehrmals stellte ich mir die Frage wer auf diese Idee gekommen ist. Bis wir endlich da waren, wo wir hinwollten, war es kurz vor 12. Wir kamen an einem wunderschönen Bergsee. Teilweise entschädigte er den mörderischen Fußweg (aber auch nur teilweise). Nach einer kleinen Fotosession mit ein paar von den Polen ging es nach ca. einer Stunde zurück. Jedoch waren ein paar aus meiner Klasse und ich der Meinung, dass wir die Kutsche nach unten nehmen (was wir auch getan haben). Zurücklaufen wäre nicht mehr gegangen. Jedem taten die Füße weh. Nach einer etwas holprigen Kutschfahrt waren wir dann wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen. Um 14.30 Uhr traten wir dann die Rückfahrt an und waren pünktlich zum Mittagessen wieder in unserer Herberge.

Den Nachmittag verbringen alle anders. Ein Teil von uns ist wieder nach Zakopane gefahren und der andere Teil (ich eingeschlossen) ist in der Herberge geblieben.

Die Zeit bis die anderen wieder kamen hab ich mit Karten spielen verbracht. Als sie dann da waren kamen ein paar Polen, die ich mittlerweile gut kenne, zu mir und wir haben geredet usw. Am späteren Abend saßen wir zusammen in ihrem Zimmer, haben Musik gehört, Quatsch gemacht und fotografiert. Hat saumäßig Spaß gemacht. Vor allem, weil sie einen akzeptieren wie man ist und nicht versuchen jemanden zu ändern. Sie gehen mit mir um als würden wir uns schon ewig lange kennen. Sowas habe ich vorher noch nicht erlebt. Aber leider war gegen 0 Uhr Schluss, weil die polnischen Schüler schlafen sollten. Mal sehen wie es morgen wird.

 

Tag 8: Warum?

Der heutige Tag wird mir mein Leben lang in Erinnerung bleiben. Heute traten wir den Rückweg an von Murzasichle nach Lodz. Ein Ausflug war noch geplant: Besuch des KZ’s Auschwitz-Birkenau. Ich war vorher noch nie in einem KZ. Aber nach dem heutigen Tag werde ich nie mehr in eins gehen. Die Führung fing im Stammlager an (Auschwitz I.). Wir sahen uns einige Unterkünfte an, wo man Ausstellungen errichtet hatte. Die Ausstellungen gingen über Karten, Schlafstätten bis hin zu Dosen von Cyclon B, Babyanziehsachen, Schuhe und 2t Frauenhaare.

Die Atmosphäre war sehr gedrückt. Selbst das Wetter war dementsprechend: Regen. Als ich die Behausungen sah, das Krematorium und den Block 11 trieb es mir die Tränen in die Augen. Im Block 11 waren Bilder von KZ-Häftlingen an den Wänden, immer mit Einlieferungsdatum und Todesdatum. An manchen von den Bildern steckten Blumen. Manche von ihnen lebten kaum einen Monat. Block 11 war auch der Block, wo die Zellen waren. Wir gingen eine Treppe runter und man konnte förmlich spüren, wie sehr die Leute gelitten haben mussten. Unsere Führerin erzählte uns von einem Priester, der sein Leben für das eines Familienvaters opferte. Sie zeigte uns die Zelle wo er gestorben ist. Dort lagen Kränze und Blumen. Ein Zeichen dafür, dass er niemals vergessen wird.

Vom Block 11 ging es dann ins Krematorium des Stammlagers. Wir standen in der Gaskammer und vor den 5 Brennöfen. Es ist für mich unverständlich wie man so viele unschuldige Menschen auf so grausame Art und Weise töten konnte.

Im Gegensatz zum anderen Lager (Auschwitz II.) war das Stammlager noch sehr gut eingerichtet. Im Lager Auschwitz-Birkenau sah die Sache anders aus. Dort standen keine Steinhäuser mehr sondern nur noch Holzbaracken. Die Toiletten waren einfach nur in Stein gehauene Löcher. Die „Betten“ waren grob zusammen genagelte Holzbretter. Teilweise wurden 100-200 Leute in eine Baracke zusammengepfercht. Das ist alles so unvorstellbar. Ich werde den heutigen Tag immer in Erinnerung behalten. Die Grausamkeit der Nazis werde ich wohl nie verstehen.

Die gedrückte Stimmung herrschte bei mir ziemlich vor. Jedoch hatte ich zwei Menschen, die mich auf andere Gedanken gebracht haben: Mariusz und Przemek.

Sie haben mich aufgemuntert und die Gedanken an Auschwitz verdrängt.

Gerade eben saßen wir dann noch 1 ½ Stunden zusammen und haben Probleme beredet (bzw. totgeredet). Das war der heutige Tag.

 

Tag 9: Schule und Manufaktura

Dem Titel entsprechend haben wir heute nichts Aufregendes gemacht. Es ging wie immer heute morgen in die Schule zu den Projekten und um 14 Uhr Richtung Herberge.

Den Nachmittag wurde dann individuell verbracht. Manche gingen Schlittschuh laufen, andere (meine Wenigkeit eingeschlossen) gingen in die Manufaktura einkaufen. So alles in allem ein ziemlich langweiliger Tag.

Der Abend wurde mit Film gucken, Chips essen und Cola trinken verbracht.

Das einzige Highlight war dann wohl der Film: Fluch der Karibik 3

Der morgige Tag scheint das selbe versprechen zu wollen

 

Tag 10: Potatoes everywhere & Respekt verloren???

Wenn ich ehrlich bin….ich hab noch nie ein so kartoffelverrücktes Völkchen gesehen wie die Polen. Bis jetzt hab ich noch kein Essen gegessen wo keine Kartoffeln dabei waren. Heute wieder das selbe. Wir haben morgens an unseren Projekten gesessen und zum Mittagessen haben wir bekommen. Kartoffelsuppe als Vorspeise, als Hauptgericht: ein riesiger Haufen Kartoffeln + ein kleines Stück Fleisch und ein Klecks rote Beete (*kotz*).

Sollte ich Freitag Kartoffeln bekommen wenn ich zuhause bin dreh ich durch. Ich kann es nicht mehr sehen. Dann noch eine Stadtrundfahrt hinterher. Wem es schmeckt… mir nicht!

Für den Nachmittag war eine Stadtrundfahrt angesetzt. Wir waren in einem Film/Kamera/… Museum. Ich persönlich fand es nicht sonderlich interessant. Vor allem da wir wieder mal keine Fotos machen durften. Bis jetzt durften wir in keinem Museum Fotos machen.

Das zweite „Museum“ war dann wieder so eines, das mich persönlich ziemlich betroffen hat. Es war in Denkmal an die Juden im Ghetto von Lodz von 1939-1945.

Dort habe ich gemerkt, wie respektlos man mit so was umgehen kann. Hätte ich mich nicht ziemlich zurückgehalten, hätten ein paar Leute ziemlich was auf den Deckel gekriegt. Bei diesem Denkmal standen u.a. Waggons der Deutschen Reichsbahn. Das sind die Waggons, die die Juden deportiert haben. Ein paar Idioten aus meiner Klasse haben nichts besseres zu tun, als in die Waggons zu gehen, sich ans Fenster zu stellen und die Verzweiflung der Menschen ins Lächerliche zu ziehen. Sie haben die Arme rausgestreckt und rumgeschrien usw.

Für mich ist so was mehr als respektlos gegenüber den Opfern und ich frage mich, wie man so wenig Hirn im Kopf haben kann, um so etwas zu tun.

Das ist für mich unverständlich.

Den restlichen Teil des Abends habe ich damit verbracht über all das nachzudenken.

 

Tag 11: Hektik und so…

Heute haben unsere Lehrer angefangen richtig Hektik zu machen wegen den Projekten. Völlig unnötig eigentlich. Die meisten waren fast fertig. Aber na ja… ist halt so. Auch wir haben heute noch dem ganzen den letzten Schliff gegeben. Morgen heißt es dann: Präsentation!

Ein bisschen Bammel hat man da schon vor. Aber ich denke, dass alles halb so schlimm wir wie jeder es sich denkt (ich hoffe es zumindest).

Zum Mittagessen gab es (welch Seltenheit) Kartoffeln. Bohnensuppe mit Kartoffeln als Vorspeise, als Hauptspeise ein riesiger Berg Kartoffeln mit einer Frikadelle und ein bisschen Möhrengemüse. Meine Meinung dazu habe ich ja schon kund getan.

Der Nachmittag war dann zur freien Verfügung. Ich habe ihn mit Lesen verbracht („Glennkill&ldquo.  

Für den Abend war vorgesehen, dass die Direktorin der Schule uns zum Essen einläd. Also saßen wir in einem Restaurant, dass alte polnische Spezialitäten anbietet. Vom polnischen Essen bin ich immer noch nicht überzeugt und der heutige Abend hat das nicht geändert. Das einzig gute war, dass unsere Lehrer das erste Getränk übernommen haben.

Alles in allem war es ein ruhiger Abend. Jetzt heißt es: Noch einmal schlafen und dann geht’s nach Hause. Ich bin nicht unglücklich drüber. Ich bin wieder bei meinem Freund, meiner Familie und dort wo meine Heimat ist.

 

Tag 12: Präsentationen und Abfahrt

Der Tag der Präsentationen lief ziemlich glatt. Jeder hat sich die beste Mühe gegeben und es wurde ein voller Erfolg. Doch die Abreisestimmung war da.

Alle hatten schon Taschen gepackt und nach der Schule machten wir uns wieder auf den langen Weg zum Busbahnhof. Dort hieß es dann Warten bis unser Bus die Güte hatte zu erscheinen. Jeder deckte sich noch an den kleinen Lädchen mit allem möglichen ein. Und dann ging es endlich gen Heimat.

An der polnisch-deutschen Grenze wurden wir dann noch mal aufgehalten. Einen aus meiner Klasse haben sie rausgezogen und gefilzt wegen einer KETTE(!!!).

Das war eine Kette mit so nem kleinen Plastikhanfblatt dran....ich fands etwas übertrieben aber na ja...kann man nix machen.

Das Wiedersehen mit der Familie erfolgte dann um ca. 10.30Uhr wieder am Giessener Bahnhof.

Bin echt froh wieder daheim zu sein.